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Zusammenarbeit
Shopware Freelancer oder Agentur? Eine ehrliche Entscheidungshilfe
Ich bin Freelancer – trotzdem rate ich manchen Anfragen zur Agentur. Hier stehen die Kriterien, nach denen ich das entscheide.
Diese Frage bekomme ich in fast jedem Erstgespräch. Und weil ich Freelancer bin, ist die Antwort naheliegend – aber sie stimmt nicht immer. Also hier die Kriterien, nach denen ich das tatsächlich beurteile.
Der Kostenunterschied und woher er kommt
| Freelancer | Agentur | |
|---|---|---|
| Stundensatz | 85 – 130 € | 120 – 200 € |
| Ansprechpartner | die Person, die entwickelt | Projektleitung |
| Abstimmungsaufwand | gering | strukturiert, aber langsamer |
| Verfügbarkeit | begrenzt durch eine Person | skalierbar |
| Ausfallrisiko | höher | geringer |
| Breite der Leistungen | fokussiert | Design, Marketing, Content, Technik |
Der Unterschied im Stundensatz ist nicht der ganze Unterschied. Bei einer Agentur bezahlst du Vertrieb, Projektmanagement und Overhead mit – dafür bekommst du Prozesse, Vertretung im Urlaubsfall und ein Team, das mehrere Disziplinen abdeckt. Beides ist legitim, es sind nur unterschiedliche Produkte.
Wann ein Freelancer die bessere Wahl ist
- Es geht um Technik: Plugin-Entwicklung, Schnittstellen, Performance, Hosting, Bugfixing.
- Du hast Design und Marketing schon abgedeckt – intern oder woanders.
- Du willst direkt mit dem Entwickler sprechen, statt über eine Zwischenebene.
- Das Projekt ist klar umrissen und braucht keine fünf Rollen parallel.
- Du brauchst laufende Betreuung mit festem Ansprechpartner.
Wann ich zur Agentur rate
- Du brauchst Design, Content, Marketing und Entwicklung gleichzeitig.
- Das Projekt hat einen harten Termin und braucht mehrere Entwickler parallel.
- Deine Compliance-Anforderungen verlangen Vertretungsregelungen und Zertifizierungen.
- Es geht um einen Konzern-Rollout über mehrere Länder und Shops.
- Du willst eine Rechnung für alles, statt mehrere Dienstleister zu koordinieren.
Der dritte Weg: beides
In der Praxis ist die häufigste Konstellation gar nicht „entweder oder“. Viele Agenturen holen sich für Shopware-Technik gezielt Freelancer dazu – als verlängerte Werkbank, oft im Whitelabel. Der Kunde merkt davon nichts, die Agentur behält die Kundenbeziehung, und die Technik macht jemand, der nichts anderes macht.
Umgekehrt funktioniert es genauso: Ich übernehme die Technik, du holst dir für Design oder Marketing jemanden dazu. Für größere Vorhaben ziehe ich Spezialisten aus meinem Netzwerk hinzu – ohne dass du den Ansprechpartner wechselst.
Woran du einen guten Dienstleister erkennst
Unabhängig vom Modell – diese Punkte sind gute Indikatoren:
- Er fragt nach deinem Geschäftsmodell, bevor er über Technik spricht.
- Er sagt dir, was du nicht brauchst.
- Der Code liegt in deinem Repository, nicht in seinem.
- Du bekommst ein Angebot mit klarem Umfang statt einer Hausnummer.
- Er erklärt dir, wie du wieder rauskommst, wenn es nicht passt.
Fazit
Es gibt keine allgemein bessere Antwort. Für Technik, Betreuung und Infrastruktur bist du mit einem spezialisierten Freelancer meist schneller und günstiger unterwegs. Für breit angelegte Vorhaben mit vielen Disziplinen und hartem Termin ist eine Agentur die sicherere Wahl. Wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir gerade sein eigenes Modell.